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Montag, 10. März 2014
Wie hält man das durch?
frau o., 19:48h
Die Fastenzeit ist die Zeit der Wahrheit. Sie trennt die charakterlich schwachen von den starken Menschen. Selig sind die geistig Armen, aber das war eine andere Geschichte.
Ich stelle bei einer ernsthaften Selbstreflexion fest, dass mir selbst auferlegte Entbehrungen sehr schwer fallen. Das Vorhaben, während der Fastenzeit keinen Alkohol zu trinken, wurde nach kurzer Testphase von fünf Tagen wieder eingestellt. Ehrlicher Weise kann ich dann auch gleich zugeben, dass das Vorhaben gar nicht erst in die Tat umgesetzt wurde. Denn in den auf Rosenmontag folgenden fünf Tagen hätte ich wohl sowieso keine berauschenden Flüssigkeiten zu mir genommen. Es gab keine karnevalistisch bedingten Traumata, die diese Abstinenz verursacht hätten. Ich neige trotz meines bisweilen unsteten Lebenswandels und meines schwachen Willens ohnehin nicht dazu, tagtäglich zu trinken. Erstens verspüre ich nicht das Bedürfnis dazu, zweitens ist das bei sozialen Interaktionen hinderlich. Es sei denn, man umgibt sich hauptsächlich mit Personen, die sich ebenfalls in einem permanenten Rauschzustand befinden. Die erreichen bei mir aber in den seltensten Fällen hohe Werte auf der Sympathieskala.
Abgesehen davon erschwert es insgesamt die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, die meisten Arbeitsprozesse ( außer man ist als Alleinunterhalter auf Mallorca, Housesitter oder im höheren Management tätig ) und das Autofahren. Zudem trinke ich viel zu gerne, um mich dem Alkoholismus hinzugeben. Denn letztendlich mündet dieser doch immer in die lebenslange Abstinenz. Und das wäre doch zu schade.
Also, gemäßigter Alkoholgenuss ist mir durchaus geläufig. Seine Bedeutung in meinem Leben erachtete ich jedoch als gering genug, um einen gewissen Zeitraum darauf verzichten zu können. Und darum geht es doch in der Fastenzeit: um den Verzicht.
Weiterhin habe ich verstanden, dass es sich um einen bewussten und echten Verzicht handeln muss. Zu meinen zahlreichen menschlichen Fehlern zählt zwar auch der regelmäßige Selbstbetrug, aber selbst mir ist klar, dass beispielsweise das Vorhaben keine Snickers mehr zu essen kein echter Verzicht ist, wenn eine diagnostizierte Erdnussallergie damit einhergeht. Unter einer Alkoholallergie leide ich nicht, auch wenn ich vor allem in jüngeren Jahren das ein oder andere Mal in einen Zustand geraten bin, der zumindest den Verdacht nahelegte.
Somit war der Alkoholverzicht die logische Antwort auf die Frage "wie könnte ich denn mal bei diesem Fastending mitmachen?". Allein, es fehlt der Wille. Dieses Phänomen ist mir schon öfter begegnet. Zum Beispiel bei Gelegenheiten wie dem Nicht-Rauchen, Nicht-Fleisch-Essen, Nicht-schon-wieder-essen-gehen oder Nicht-so-spät-ins-Bett-gehen. Dies könnte schnell den Eindruck erwecken, dass es mir schwerfällt Dinge zu unterlassen. Damit sich dieser Eindruck nicht verfestigt, sei an dieser Stelle erwähnt, dass es mir mitunter auch schwerfällt, Dinge zu tun. Zum Beispiel früh ins Bett zu gehen, meine Allgemeinbildung zu verbessern, mich mehr um meine Freunde zu kümmern, mehr Sport zu machen und insgesamt ausgeglichener zu sein.
Vielleicht unterscheidet mich dieser Makel von denjenigen, die die Fastenzeit konsequent durchziehen. Wahrscheinlich gibt es auch eine genetisch bedingte Konstitution für die erfolgreiche Teilnahme am Fastenevent. Ich höre schon die Stimmen derer, die freiwillig regelmäßig Fastenkuren unternehmen: "Es ist ganz einfach. Du musst es nur wollen. Und du wirst sehen: sich selbst zu überwinden fühlt sich wunderbar an. Am Ende wirst du stolz auf Dich sein.".
Ja, ja. Das Gefühl ist mir nicht unbekannt. Ich bin zum Beispiel immer wieder stolz auf mich, wenn ich eine ganze Woche von Montag bis Freitag erfolgreich hinter mich gebracht habe, ohne ein Mitglied meiner sozialen Kerngruppe angeschrien zu haben oder bei der Arbeit aus dem Fenster gesprungen zu sein. Ich befürchte aber, dass dies in den Kreisen der Profi-Asketen nicht zu Beifallsstürmen führen würde.
Vielleicht war auch das Ziel zu hoch gesteckt und wie bei anderen Ausdauersportarten auch hilft beim Fasten ein gut durchdachter Trainingsplan. Klein anfangen und sich langsam steigern. Beispielsweise könnte ich erstmal auf eine bestimmte Alkoholsorte verzichten, um nicht vor der Größe der Aufgabe zu kapitulieren. Je länger ich darüber nachdenke, desto realisierbarer erscheint mir diese Vorgehensweise. Ich denke, ich werde es dieses Jahr erstmal so versuchen. Ich verzichte also. Und die Chancen stehen gut, dass ich es durchhalte. Federweißer ist sowieso gerade aus.
Ich stelle bei einer ernsthaften Selbstreflexion fest, dass mir selbst auferlegte Entbehrungen sehr schwer fallen. Das Vorhaben, während der Fastenzeit keinen Alkohol zu trinken, wurde nach kurzer Testphase von fünf Tagen wieder eingestellt. Ehrlicher Weise kann ich dann auch gleich zugeben, dass das Vorhaben gar nicht erst in die Tat umgesetzt wurde. Denn in den auf Rosenmontag folgenden fünf Tagen hätte ich wohl sowieso keine berauschenden Flüssigkeiten zu mir genommen. Es gab keine karnevalistisch bedingten Traumata, die diese Abstinenz verursacht hätten. Ich neige trotz meines bisweilen unsteten Lebenswandels und meines schwachen Willens ohnehin nicht dazu, tagtäglich zu trinken. Erstens verspüre ich nicht das Bedürfnis dazu, zweitens ist das bei sozialen Interaktionen hinderlich. Es sei denn, man umgibt sich hauptsächlich mit Personen, die sich ebenfalls in einem permanenten Rauschzustand befinden. Die erreichen bei mir aber in den seltensten Fällen hohe Werte auf der Sympathieskala.
Abgesehen davon erschwert es insgesamt die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, die meisten Arbeitsprozesse ( außer man ist als Alleinunterhalter auf Mallorca, Housesitter oder im höheren Management tätig ) und das Autofahren. Zudem trinke ich viel zu gerne, um mich dem Alkoholismus hinzugeben. Denn letztendlich mündet dieser doch immer in die lebenslange Abstinenz. Und das wäre doch zu schade.
Also, gemäßigter Alkoholgenuss ist mir durchaus geläufig. Seine Bedeutung in meinem Leben erachtete ich jedoch als gering genug, um einen gewissen Zeitraum darauf verzichten zu können. Und darum geht es doch in der Fastenzeit: um den Verzicht.
Weiterhin habe ich verstanden, dass es sich um einen bewussten und echten Verzicht handeln muss. Zu meinen zahlreichen menschlichen Fehlern zählt zwar auch der regelmäßige Selbstbetrug, aber selbst mir ist klar, dass beispielsweise das Vorhaben keine Snickers mehr zu essen kein echter Verzicht ist, wenn eine diagnostizierte Erdnussallergie damit einhergeht. Unter einer Alkoholallergie leide ich nicht, auch wenn ich vor allem in jüngeren Jahren das ein oder andere Mal in einen Zustand geraten bin, der zumindest den Verdacht nahelegte.
Somit war der Alkoholverzicht die logische Antwort auf die Frage "wie könnte ich denn mal bei diesem Fastending mitmachen?". Allein, es fehlt der Wille. Dieses Phänomen ist mir schon öfter begegnet. Zum Beispiel bei Gelegenheiten wie dem Nicht-Rauchen, Nicht-Fleisch-Essen, Nicht-schon-wieder-essen-gehen oder Nicht-so-spät-ins-Bett-gehen. Dies könnte schnell den Eindruck erwecken, dass es mir schwerfällt Dinge zu unterlassen. Damit sich dieser Eindruck nicht verfestigt, sei an dieser Stelle erwähnt, dass es mir mitunter auch schwerfällt, Dinge zu tun. Zum Beispiel früh ins Bett zu gehen, meine Allgemeinbildung zu verbessern, mich mehr um meine Freunde zu kümmern, mehr Sport zu machen und insgesamt ausgeglichener zu sein.
Vielleicht unterscheidet mich dieser Makel von denjenigen, die die Fastenzeit konsequent durchziehen. Wahrscheinlich gibt es auch eine genetisch bedingte Konstitution für die erfolgreiche Teilnahme am Fastenevent. Ich höre schon die Stimmen derer, die freiwillig regelmäßig Fastenkuren unternehmen: "Es ist ganz einfach. Du musst es nur wollen. Und du wirst sehen: sich selbst zu überwinden fühlt sich wunderbar an. Am Ende wirst du stolz auf Dich sein.".
Ja, ja. Das Gefühl ist mir nicht unbekannt. Ich bin zum Beispiel immer wieder stolz auf mich, wenn ich eine ganze Woche von Montag bis Freitag erfolgreich hinter mich gebracht habe, ohne ein Mitglied meiner sozialen Kerngruppe angeschrien zu haben oder bei der Arbeit aus dem Fenster gesprungen zu sein. Ich befürchte aber, dass dies in den Kreisen der Profi-Asketen nicht zu Beifallsstürmen führen würde.
Vielleicht war auch das Ziel zu hoch gesteckt und wie bei anderen Ausdauersportarten auch hilft beim Fasten ein gut durchdachter Trainingsplan. Klein anfangen und sich langsam steigern. Beispielsweise könnte ich erstmal auf eine bestimmte Alkoholsorte verzichten, um nicht vor der Größe der Aufgabe zu kapitulieren. Je länger ich darüber nachdenke, desto realisierbarer erscheint mir diese Vorgehensweise. Ich denke, ich werde es dieses Jahr erstmal so versuchen. Ich verzichte also. Und die Chancen stehen gut, dass ich es durchhalte. Federweißer ist sowieso gerade aus.
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