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Freitag, 14. März 2014
Wie soll ich überleben?
frau o., 23:00h
Gestern habe ich einen Actionfilm gesehen und war überrascht, dass es in einer Szene darum ging sein Gehirn zu benutzen. Das hat mich derart stimuliert, dass ich äußerst bemüht war die Aufgabe zu lösen.
Gemeinsam mit dem, bei Entstehung dieses Films noch recht knackigen Exmann von Demi Moore ( das hat sie jetzt davon, dass sie ihren Gatten für ein unreifes Jünglein hat sitzen lassen ) versuchte ich also folgendes auszurechnen: mit Hilfe von zwei Wasserkanistern, von denen einer ein Fassungsvermögen von 3 Gallonen hat und der andere 5 Gallonen in sich aufnehmen kann, muss man exakt vier Gallonen Wasser abmessen.
Die Motivation ist sehr hoch, denn im Falle des Scheiterns explodiert die Bombe, die man nur deaktiviert bekommt wenn man 4 Gallonen auf die im Bombenkoffer installierte Waage stellt. Dies hätte den eigenen sowie den Tod der zahlreichen Kinder, die nichts ahnend auf dem angrenzenden Spielplatz toben, zur Folge. Wer würde mit dem Gedanken sterben können, so viele unschuldige Seelen mit in den Tod gerissen zu haben, nur weil er in Mathe nicht aufgepasst hat?
Während ich so nachdachte und meine Stirn in Falten legte ( worüber sich mein Zahnarzt immer mokiert wenn ich dies während der Behandlung mache, da er denkt, dass ich ihn in einigen Jahren für die nicht mehr rückgängig zu machenden Furchen in meiner Stirnhaut verantwortlich machen könnte ), schütteten der gute alte, langsam sterbende aber immer wieder überlebende Bruce und sein neu gewonnener Freund einige Liter Wasser aus dem Brunnen, an dem der Bombenkoffer praktischer Weise deponiert war, in den Kanistern hin und her. Damit die deponierte Bombe nicht auch noch detonierte. Und ca. 5 Sekunden vor Ablauf des Countdowns hatten sie die rettende Lösung.
Ich nicht. Ich wäre gestorben und in den Garten der ewigen Schuldgefühle gekommen. Das tragische daran ist, dass ich das Ergebnis auch nicht gehabt hätte wenn der Bombenbauer großzügiger gewesen und, sagen wir mal, 5 Stunden Zeit eingeräumt hätte. Obwohl - dann hätte ich es googeln können. Aber das hätten Bruce und Buddy ja auch machen können. Dann wär's natürlich nicht so spannend gewesen. Vielleicht gab's auch noch keine Smartphones. Nein, sicher nicht so selbstverständlich wie heute. Denn sie jagen ja, vom Attentäter getrieben, von einer Telefonzelle zur nächsten durch New York...
Ok, der Film ist von 1995. Ich hab's gegoogelt. Und das Wort googeln wurde erst 2004 in den Duden aufgenommen. Der Duden ist jetzt natürlich kein amerikanisches Nachschlagewerk. Und alles, was aus den USA kommt, schwappt ja immer erst mit einiger zeitlicher Verzögerung zu uns rüber. Aber ein Smartphone hatte selbst der Bruce damals noch nicht. Und wenn es welche gegeben hätte, hätte er seines bestimmt nicht dabei gehabt. Das wäre doch der Spannung sehr abträglich, wenn der Held auf einmal sein IPhone rausholt und unter dramatischen Wischbewegungen "Moment, ich hab's gleich" sagen würde.
Leonardo Di Caprio hätte sich bei einer zeitgemäßen Filmadaption die Baupläne der Titanic herunterladen und berechnen lassen können, wieviel Zeit ihm noch zum Pimpern von Kate Winslet bliebe. Ach nee, Titanic ist ja von 1997.
Ein Jahr vorher hab ich Abi gemacht. Und was hat es genutzt? Ich kann nicht mal Bomben entschärfen. Mein Mathelehrer hat schon gesagt: "Putzen Sie mal die Tafel, damit Sie was für Ihren einen Punkt getan haben.". Ich wollte es ja nie wahrhaben und habe die Behauptung, dass Mathematik für das alltägliche Leben unabdingbar sei, immer als Humbug abgetan. Das hab ich jetzt davon. Andererseits hat es meinem Mathelehrer auch nicht zu einem längeren Leben verholfen. Wie ich einige Jahre nach meinem Schulabschluss hörte, ist er noch vor der Pensionierung verstorben. Hoffentlich nicht langsam.
Gemeinsam mit dem, bei Entstehung dieses Films noch recht knackigen Exmann von Demi Moore ( das hat sie jetzt davon, dass sie ihren Gatten für ein unreifes Jünglein hat sitzen lassen ) versuchte ich also folgendes auszurechnen: mit Hilfe von zwei Wasserkanistern, von denen einer ein Fassungsvermögen von 3 Gallonen hat und der andere 5 Gallonen in sich aufnehmen kann, muss man exakt vier Gallonen Wasser abmessen.
Die Motivation ist sehr hoch, denn im Falle des Scheiterns explodiert die Bombe, die man nur deaktiviert bekommt wenn man 4 Gallonen auf die im Bombenkoffer installierte Waage stellt. Dies hätte den eigenen sowie den Tod der zahlreichen Kinder, die nichts ahnend auf dem angrenzenden Spielplatz toben, zur Folge. Wer würde mit dem Gedanken sterben können, so viele unschuldige Seelen mit in den Tod gerissen zu haben, nur weil er in Mathe nicht aufgepasst hat?
Während ich so nachdachte und meine Stirn in Falten legte ( worüber sich mein Zahnarzt immer mokiert wenn ich dies während der Behandlung mache, da er denkt, dass ich ihn in einigen Jahren für die nicht mehr rückgängig zu machenden Furchen in meiner Stirnhaut verantwortlich machen könnte ), schütteten der gute alte, langsam sterbende aber immer wieder überlebende Bruce und sein neu gewonnener Freund einige Liter Wasser aus dem Brunnen, an dem der Bombenkoffer praktischer Weise deponiert war, in den Kanistern hin und her. Damit die deponierte Bombe nicht auch noch detonierte. Und ca. 5 Sekunden vor Ablauf des Countdowns hatten sie die rettende Lösung.
Ich nicht. Ich wäre gestorben und in den Garten der ewigen Schuldgefühle gekommen. Das tragische daran ist, dass ich das Ergebnis auch nicht gehabt hätte wenn der Bombenbauer großzügiger gewesen und, sagen wir mal, 5 Stunden Zeit eingeräumt hätte. Obwohl - dann hätte ich es googeln können. Aber das hätten Bruce und Buddy ja auch machen können. Dann wär's natürlich nicht so spannend gewesen. Vielleicht gab's auch noch keine Smartphones. Nein, sicher nicht so selbstverständlich wie heute. Denn sie jagen ja, vom Attentäter getrieben, von einer Telefonzelle zur nächsten durch New York...
Ok, der Film ist von 1995. Ich hab's gegoogelt. Und das Wort googeln wurde erst 2004 in den Duden aufgenommen. Der Duden ist jetzt natürlich kein amerikanisches Nachschlagewerk. Und alles, was aus den USA kommt, schwappt ja immer erst mit einiger zeitlicher Verzögerung zu uns rüber. Aber ein Smartphone hatte selbst der Bruce damals noch nicht. Und wenn es welche gegeben hätte, hätte er seines bestimmt nicht dabei gehabt. Das wäre doch der Spannung sehr abträglich, wenn der Held auf einmal sein IPhone rausholt und unter dramatischen Wischbewegungen "Moment, ich hab's gleich" sagen würde.
Leonardo Di Caprio hätte sich bei einer zeitgemäßen Filmadaption die Baupläne der Titanic herunterladen und berechnen lassen können, wieviel Zeit ihm noch zum Pimpern von Kate Winslet bliebe. Ach nee, Titanic ist ja von 1997.
Ein Jahr vorher hab ich Abi gemacht. Und was hat es genutzt? Ich kann nicht mal Bomben entschärfen. Mein Mathelehrer hat schon gesagt: "Putzen Sie mal die Tafel, damit Sie was für Ihren einen Punkt getan haben.". Ich wollte es ja nie wahrhaben und habe die Behauptung, dass Mathematik für das alltägliche Leben unabdingbar sei, immer als Humbug abgetan. Das hab ich jetzt davon. Andererseits hat es meinem Mathelehrer auch nicht zu einem längeren Leben verholfen. Wie ich einige Jahre nach meinem Schulabschluss hörte, ist er noch vor der Pensionierung verstorben. Hoffentlich nicht langsam.
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