Montag, 24. März 2014
Warum ist das nicht so schön, wie ich dachte?
frau o., 22:25h
Es gibt Dinge im Leben, die sind in meiner Vorstellung immer toller als in der Realität.
Also, zum Beispiel bin ich in meiner Vorstellung ein sehr abenteuerlustiger Mensch. Als ich dann einmal bei starkem Gewitter in einem Zweipersonenzelt am Bodensee kampierte verflog die Abenteuerlust sehr schnell wieder. Erstens spürte ich eine mittelschwere Panikattacke in mir aufkeimen, zweitens war am nächsten Morgen alles klamm und unbequem und doof und irgendwie schmuddelig. Zelten geht demnach zwar schon, aber nur bei optimalen Wetterbedingungen. Bei niederschlagsfreiem Hochsommer mit garantierter Abkühlung der Umgebungsluft auf ca. 19,5 Grad zur Nachtzeit.
Ein weiteres Zelterlebnis, an das ich mich erinnere, brachte von den metereologischen Grundbedingungen her alles mit. Aber auf dem Nachbarzeltplatz fand das jährliche Sommerfest mit eigens für diesen Anlass engagiertem DJ statt. Ich feiere ja selbst recht gerne und schwinge auch das Tanzbein hin und wieder. Wenn ich selbst aber gerade in meinem Schlafsack auf einer nicht optimal aufgepumpten Luftmatratze liege und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spätestens um 07.00 Uhr morgens wieder geweckt werde, kann ich mich nicht an der Musik erfreuen, die mir durch die laue Sommernacht ins Zelt getragen wird. In solchen Momenten liebt man den DJ nicht, man möchte ihn töten.
In dieser Nacht wurde dieses Verlangen von jeder Ankündigung des DJ's, dass er "jetzt noch einen" für die Partygäste hätte, weiter angeheizt. Zumal ein solches Intro meiner unmaßgeblichen Meinung nach die Ansage impliziert, dass danach Schluss ist. Weit gefehlt. Es ging die halbe Nacht so weiter.
Bei Musikveranstaltungen mit Übernachtung im Zelt muss ich an weiteres Erlebnis meiner Jugend denken, das in meiner Vorstellung immer sehr cool war. Bis ich selbst zu "Rock am Ring" gefahren bin. Auch dort war es irgendwie unbequem, schmuddelig und klamm. Hinzu kam, dass mir die Hälfte der Bands, die dort auftraten, völlig unbekannt war.
Motorradfahren habe ich mir immer sehr entspannt und wild und frei vorgestellt. Dann habe ich den Motorradführerschein gemacht, hatte Angst vor jeder Kurve und dachte die ganze Zeit nur "Bitte, kein Rollsplitt! Bitte, kein Rollsplitt!". Seitdem bin ich Sozia. Die Tatsache, dass ich mein Leben lieber in die Hände eines anderen lege als selber den Lenker in die Hand zu nehmen, sagt sicherlich einiges über meinen Charakter aus...
Ich würde gerne richtig tanzen können. Aber dazu muss man erstmal die Schritte lernen. Beim Schultanzkurs wurde mir klar, dass meine Auge-Ohr-Bein-Koordinationsfähigkeit nur rudimentär ausgebildet ist. Als ich als junges Mädchen in einer Disco war, stellte ein damaliger guter Freund von mir fest, dass ich "wie ein Junkie auf Entzug" tanze.
Wobei der Solo-Discotanz eher in die Kategorie "Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung" fällt. Denn auch heute noch hält mich das damalige Urteil nicht davon ab, auf diversen Ü30-Parties die übrigen Beteiligten mit einem Turkey zu verunsichern. Ich selbst fühle mich dabei extrem gut. Das ist also eine der Sachen, die ich mir nicht nur toll vorstelle, sondern die sich tatsächlich auch toll anfühlen, anscheinend aber nicht besonders toll aussehen. Die anderen können ja weggucken.
Eine Sache, bei der ich nicht nur doof aussehe, sondern mich auch noch doof fühle, ist das Reiten. Bevor ich zum ersten Mal auf einem Pferd saß dachte ich, dass das vom Freiheitsgefühl her noch besser als Motorradfahren sein müsse. Als ich dann auf dem Pferderücken saß war es nur ruckelig und unbequem. Für das Pferd vermutlich auch. Wir haben das dann ganz schnell wieder gelassen.
Champagner habe ich mir als Jugendliche immer extrem lecker vorgestellt. Ich wurde in einer Umgebung groß in der man nur den Menschen im Fernsehen dabei zusieht, wie sie Champagner trinken. Dabei machen sie immer einen so verzückten Gesichtsausdruck, dass ich Jahre lang dachte das Zeug müsse unfassbar gut schmecken. Bis zum Tag meines Schulabschlusses. Meine Mutter hatte zu diesem Anlass extra eine Flasche Champagner besorgt. Nicht, weil es so unwahrscheinlich ist, dass ein Mensch wie ich dazu in der Lage ist einen Schulabschluss zu machen, sondern damit wir gebührend anstoßen konnten. Es schmeckte widerlich. Die Idee, das Gesöff mit Süßstoff zu optimieren, stammte aber nicht von mir sondern von meiner Mutter.
Eigentlich gibt es nur eine Sache die tatsächlich so ist, wie alle anderen immer sagen. Es ist wirklich so mühsam und schmerzhaft. Und man vergisst den Schmerz wahrhaftig sofort wieder, wenn es vorbei ist. Aber deshalb kann ich ja nicht immer weiter Kinder kriegen.
Also, zum Beispiel bin ich in meiner Vorstellung ein sehr abenteuerlustiger Mensch. Als ich dann einmal bei starkem Gewitter in einem Zweipersonenzelt am Bodensee kampierte verflog die Abenteuerlust sehr schnell wieder. Erstens spürte ich eine mittelschwere Panikattacke in mir aufkeimen, zweitens war am nächsten Morgen alles klamm und unbequem und doof und irgendwie schmuddelig. Zelten geht demnach zwar schon, aber nur bei optimalen Wetterbedingungen. Bei niederschlagsfreiem Hochsommer mit garantierter Abkühlung der Umgebungsluft auf ca. 19,5 Grad zur Nachtzeit.
Ein weiteres Zelterlebnis, an das ich mich erinnere, brachte von den metereologischen Grundbedingungen her alles mit. Aber auf dem Nachbarzeltplatz fand das jährliche Sommerfest mit eigens für diesen Anlass engagiertem DJ statt. Ich feiere ja selbst recht gerne und schwinge auch das Tanzbein hin und wieder. Wenn ich selbst aber gerade in meinem Schlafsack auf einer nicht optimal aufgepumpten Luftmatratze liege und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spätestens um 07.00 Uhr morgens wieder geweckt werde, kann ich mich nicht an der Musik erfreuen, die mir durch die laue Sommernacht ins Zelt getragen wird. In solchen Momenten liebt man den DJ nicht, man möchte ihn töten.
In dieser Nacht wurde dieses Verlangen von jeder Ankündigung des DJ's, dass er "jetzt noch einen" für die Partygäste hätte, weiter angeheizt. Zumal ein solches Intro meiner unmaßgeblichen Meinung nach die Ansage impliziert, dass danach Schluss ist. Weit gefehlt. Es ging die halbe Nacht so weiter.
Bei Musikveranstaltungen mit Übernachtung im Zelt muss ich an weiteres Erlebnis meiner Jugend denken, das in meiner Vorstellung immer sehr cool war. Bis ich selbst zu "Rock am Ring" gefahren bin. Auch dort war es irgendwie unbequem, schmuddelig und klamm. Hinzu kam, dass mir die Hälfte der Bands, die dort auftraten, völlig unbekannt war.
Motorradfahren habe ich mir immer sehr entspannt und wild und frei vorgestellt. Dann habe ich den Motorradführerschein gemacht, hatte Angst vor jeder Kurve und dachte die ganze Zeit nur "Bitte, kein Rollsplitt! Bitte, kein Rollsplitt!". Seitdem bin ich Sozia. Die Tatsache, dass ich mein Leben lieber in die Hände eines anderen lege als selber den Lenker in die Hand zu nehmen, sagt sicherlich einiges über meinen Charakter aus...
Ich würde gerne richtig tanzen können. Aber dazu muss man erstmal die Schritte lernen. Beim Schultanzkurs wurde mir klar, dass meine Auge-Ohr-Bein-Koordinationsfähigkeit nur rudimentär ausgebildet ist. Als ich als junges Mädchen in einer Disco war, stellte ein damaliger guter Freund von mir fest, dass ich "wie ein Junkie auf Entzug" tanze.
Wobei der Solo-Discotanz eher in die Kategorie "Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung" fällt. Denn auch heute noch hält mich das damalige Urteil nicht davon ab, auf diversen Ü30-Parties die übrigen Beteiligten mit einem Turkey zu verunsichern. Ich selbst fühle mich dabei extrem gut. Das ist also eine der Sachen, die ich mir nicht nur toll vorstelle, sondern die sich tatsächlich auch toll anfühlen, anscheinend aber nicht besonders toll aussehen. Die anderen können ja weggucken.
Eine Sache, bei der ich nicht nur doof aussehe, sondern mich auch noch doof fühle, ist das Reiten. Bevor ich zum ersten Mal auf einem Pferd saß dachte ich, dass das vom Freiheitsgefühl her noch besser als Motorradfahren sein müsse. Als ich dann auf dem Pferderücken saß war es nur ruckelig und unbequem. Für das Pferd vermutlich auch. Wir haben das dann ganz schnell wieder gelassen.
Champagner habe ich mir als Jugendliche immer extrem lecker vorgestellt. Ich wurde in einer Umgebung groß in der man nur den Menschen im Fernsehen dabei zusieht, wie sie Champagner trinken. Dabei machen sie immer einen so verzückten Gesichtsausdruck, dass ich Jahre lang dachte das Zeug müsse unfassbar gut schmecken. Bis zum Tag meines Schulabschlusses. Meine Mutter hatte zu diesem Anlass extra eine Flasche Champagner besorgt. Nicht, weil es so unwahrscheinlich ist, dass ein Mensch wie ich dazu in der Lage ist einen Schulabschluss zu machen, sondern damit wir gebührend anstoßen konnten. Es schmeckte widerlich. Die Idee, das Gesöff mit Süßstoff zu optimieren, stammte aber nicht von mir sondern von meiner Mutter.
Eigentlich gibt es nur eine Sache die tatsächlich so ist, wie alle anderen immer sagen. Es ist wirklich so mühsam und schmerzhaft. Und man vergisst den Schmerz wahrhaftig sofort wieder, wenn es vorbei ist. Aber deshalb kann ich ja nicht immer weiter Kinder kriegen.
... link (0 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 19. März 2014
Warum sollte ich das wollen?
frau o., 22:40h
Heute war ich tanken. Voller Vorfreude auf die Verabredung, zu der ich unterwegs war, war dies eine notwendige Erledigung, die auf meinem Weg lag und eben erledigt werden musste. Also, schnell das Benzin einfüllen und rein in die Tanke. Nachdem ich der Benzinfachverkäuferin meine Tanksäulennummer genannt habe, fragte diese mich: "Eine Autowäsche für 10 Euro dazu?".
Ich stutzte kurz und verneinte. Nun treibt mich der Gedanke um, ob es wohl Menschen gibt, die sich spontan zu einer Autowäsche entschließen. Sicher sind die Zeiten, in denen dieser Vorgang der samstäglichen stundenlangen Beschäftigung des deutschen Mannes diente, vorbei. Nicht gänzlich, wie ich anfügen möchte. Denn der deutscheste unserer Nachbarn emigrierte vor einigen Jahrzehnten aus Indien hierher und pflegt diese alte Tradition immer noch. In seiner Einfahrt. Nicht jeden Samstag. Aber wenn, dann samstags. Diese Tatsache verleitet mich hin und wieder zu der Annahme, dass in den 70ern indische Ratgeberliteratur über die Auswanderung nach Deutschland publiziert wurde, in der typisch deutsches Verhalten beschrieben und aus Gründen der reibungslosen Anpassung zur Nachahmung desselbigen geraten wurde.
Bestimmt ist unser Nachbar nicht der einzige, der diese lieb gewonnene Beschäftigung nicht aufgeben möchte.
Für mich persönlich ist der Vorgang des Autowaschens eher ein lästiges Übel, dessen Notwendigkeit sich mir eigentlich nur dann erschließt, wenn ich mich nicht mehr an die Farbe meines Autos erinnern kann. Das letzte Auto, das ich gewaschen habe, wurde danach verkauft. Unsinniger Weise lässt sich ja bekanntlich ein sauberes Fahrzeug leichter verkaufen als ein schmutziges. Man geht ja auch im Anzug ( als Mann ) oder im Kostüm ( als Frau ) zum Bewerbungsgespräch und nicht im Schlafanzug.
Bis ich das nächste Mal ein Auto wasche kann also noch einiges an Zeit ins Land gehen. Es ist denn dann ein Vorgang, der in meine Tagesplanung integriert werden muss. Vorangestellt ist ihm die Frage, wann ich denn Zeit dafür habe. Vernünftiger Weise müsste die Antwort lauten: nie. Denn bevor ich Zeit für so etwas aufbringe, fallen mir noch tausend Dinge ein, für die ich meine Zeit wesentlich sinnvoller verwenden kann. Selbst wenn ich in der fürs Autowaschen veranschlagten Zeit ein Nickerchen machen würde, wäre dies sinnvoller.
Demnach liegt es also wohl auch an meiner Einstellung zu diesem Thema, dass mich die Frage an der Tankstelle so irritierte.
Vielleicht liegt es aber auch nur an der Vielfalt dieser Fragen, die einem täglich im deutschen Einzelhandel begegnen. "Haben Sie eine Kundenkarte? Nein? Möchten Sie eine?", "Haben Sie eine Payback-Karte?", "Möchten Sie noch Imprägnierspray dazu?", "Darf ich nach Ihrer Postleitzahl fragen?"...
NEIN! Ich will einkaufen. Und ich bin geschäftsfähig und dazu in der Lage, selbst einzuschätzen was ich brauche und was nicht. Und wenn ich eine Scheiß-Autowäsche brauche, dann werde ich sie mir holen. Die Frage, ob ich eine brauche, wird nicht das Bedürfnis nach einer solchen in mir wecken.
Einmal hat der Trick des Anpreisens von Dingen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie haben wollte, dann aber doch funktioniert. Auch dabei ging es um einen Waschvorgang. Dessen Sinnhaftigkeit wurde von mir nicht in Frage gestellt, denn ich saß beim Friseur und bekam beim Haare waschen die Frage gestellt: "Möchten Sie eine Spezialpflege?". Ein weiblicher Urinstinkt befahl mir, das Angebot anzunehmen. Die Pflege kam in Gestalt einer sehr angenehmen Kopfhautmassage daher. Eine wahre Wonne. Ich genoss die unerwartete Wellnesseinlage und erfreute mich an ihr. Die Freude hielt den gesamten Friseurbesuch lang an. Bis es an den Bezahlvorgang ging. Seitdem lautet die Antwort "Nein, danke.". Den Friseur habe ich nicht gewechselt. Er hat mich noch nie nach meiner Payback-Karte gefragt.
Ich stutzte kurz und verneinte. Nun treibt mich der Gedanke um, ob es wohl Menschen gibt, die sich spontan zu einer Autowäsche entschließen. Sicher sind die Zeiten, in denen dieser Vorgang der samstäglichen stundenlangen Beschäftigung des deutschen Mannes diente, vorbei. Nicht gänzlich, wie ich anfügen möchte. Denn der deutscheste unserer Nachbarn emigrierte vor einigen Jahrzehnten aus Indien hierher und pflegt diese alte Tradition immer noch. In seiner Einfahrt. Nicht jeden Samstag. Aber wenn, dann samstags. Diese Tatsache verleitet mich hin und wieder zu der Annahme, dass in den 70ern indische Ratgeberliteratur über die Auswanderung nach Deutschland publiziert wurde, in der typisch deutsches Verhalten beschrieben und aus Gründen der reibungslosen Anpassung zur Nachahmung desselbigen geraten wurde.
Bestimmt ist unser Nachbar nicht der einzige, der diese lieb gewonnene Beschäftigung nicht aufgeben möchte.
Für mich persönlich ist der Vorgang des Autowaschens eher ein lästiges Übel, dessen Notwendigkeit sich mir eigentlich nur dann erschließt, wenn ich mich nicht mehr an die Farbe meines Autos erinnern kann. Das letzte Auto, das ich gewaschen habe, wurde danach verkauft. Unsinniger Weise lässt sich ja bekanntlich ein sauberes Fahrzeug leichter verkaufen als ein schmutziges. Man geht ja auch im Anzug ( als Mann ) oder im Kostüm ( als Frau ) zum Bewerbungsgespräch und nicht im Schlafanzug.
Bis ich das nächste Mal ein Auto wasche kann also noch einiges an Zeit ins Land gehen. Es ist denn dann ein Vorgang, der in meine Tagesplanung integriert werden muss. Vorangestellt ist ihm die Frage, wann ich denn Zeit dafür habe. Vernünftiger Weise müsste die Antwort lauten: nie. Denn bevor ich Zeit für so etwas aufbringe, fallen mir noch tausend Dinge ein, für die ich meine Zeit wesentlich sinnvoller verwenden kann. Selbst wenn ich in der fürs Autowaschen veranschlagten Zeit ein Nickerchen machen würde, wäre dies sinnvoller.
Demnach liegt es also wohl auch an meiner Einstellung zu diesem Thema, dass mich die Frage an der Tankstelle so irritierte.
Vielleicht liegt es aber auch nur an der Vielfalt dieser Fragen, die einem täglich im deutschen Einzelhandel begegnen. "Haben Sie eine Kundenkarte? Nein? Möchten Sie eine?", "Haben Sie eine Payback-Karte?", "Möchten Sie noch Imprägnierspray dazu?", "Darf ich nach Ihrer Postleitzahl fragen?"...
NEIN! Ich will einkaufen. Und ich bin geschäftsfähig und dazu in der Lage, selbst einzuschätzen was ich brauche und was nicht. Und wenn ich eine Scheiß-Autowäsche brauche, dann werde ich sie mir holen. Die Frage, ob ich eine brauche, wird nicht das Bedürfnis nach einer solchen in mir wecken.
Einmal hat der Trick des Anpreisens von Dingen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie haben wollte, dann aber doch funktioniert. Auch dabei ging es um einen Waschvorgang. Dessen Sinnhaftigkeit wurde von mir nicht in Frage gestellt, denn ich saß beim Friseur und bekam beim Haare waschen die Frage gestellt: "Möchten Sie eine Spezialpflege?". Ein weiblicher Urinstinkt befahl mir, das Angebot anzunehmen. Die Pflege kam in Gestalt einer sehr angenehmen Kopfhautmassage daher. Eine wahre Wonne. Ich genoss die unerwartete Wellnesseinlage und erfreute mich an ihr. Die Freude hielt den gesamten Friseurbesuch lang an. Bis es an den Bezahlvorgang ging. Seitdem lautet die Antwort "Nein, danke.". Den Friseur habe ich nicht gewechselt. Er hat mich noch nie nach meiner Payback-Karte gefragt.
... link (0 Kommentare) ... comment
Freitag, 14. März 2014
Wie soll ich überleben?
frau o., 23:00h
Gestern habe ich einen Actionfilm gesehen und war überrascht, dass es in einer Szene darum ging sein Gehirn zu benutzen. Das hat mich derart stimuliert, dass ich äußerst bemüht war die Aufgabe zu lösen.
Gemeinsam mit dem, bei Entstehung dieses Films noch recht knackigen Exmann von Demi Moore ( das hat sie jetzt davon, dass sie ihren Gatten für ein unreifes Jünglein hat sitzen lassen ) versuchte ich also folgendes auszurechnen: mit Hilfe von zwei Wasserkanistern, von denen einer ein Fassungsvermögen von 3 Gallonen hat und der andere 5 Gallonen in sich aufnehmen kann, muss man exakt vier Gallonen Wasser abmessen.
Die Motivation ist sehr hoch, denn im Falle des Scheiterns explodiert die Bombe, die man nur deaktiviert bekommt wenn man 4 Gallonen auf die im Bombenkoffer installierte Waage stellt. Dies hätte den eigenen sowie den Tod der zahlreichen Kinder, die nichts ahnend auf dem angrenzenden Spielplatz toben, zur Folge. Wer würde mit dem Gedanken sterben können, so viele unschuldige Seelen mit in den Tod gerissen zu haben, nur weil er in Mathe nicht aufgepasst hat?
Während ich so nachdachte und meine Stirn in Falten legte ( worüber sich mein Zahnarzt immer mokiert wenn ich dies während der Behandlung mache, da er denkt, dass ich ihn in einigen Jahren für die nicht mehr rückgängig zu machenden Furchen in meiner Stirnhaut verantwortlich machen könnte ), schütteten der gute alte, langsam sterbende aber immer wieder überlebende Bruce und sein neu gewonnener Freund einige Liter Wasser aus dem Brunnen, an dem der Bombenkoffer praktischer Weise deponiert war, in den Kanistern hin und her. Damit die deponierte Bombe nicht auch noch detonierte. Und ca. 5 Sekunden vor Ablauf des Countdowns hatten sie die rettende Lösung.
Ich nicht. Ich wäre gestorben und in den Garten der ewigen Schuldgefühle gekommen. Das tragische daran ist, dass ich das Ergebnis auch nicht gehabt hätte wenn der Bombenbauer großzügiger gewesen und, sagen wir mal, 5 Stunden Zeit eingeräumt hätte. Obwohl - dann hätte ich es googeln können. Aber das hätten Bruce und Buddy ja auch machen können. Dann wär's natürlich nicht so spannend gewesen. Vielleicht gab's auch noch keine Smartphones. Nein, sicher nicht so selbstverständlich wie heute. Denn sie jagen ja, vom Attentäter getrieben, von einer Telefonzelle zur nächsten durch New York...
Ok, der Film ist von 1995. Ich hab's gegoogelt. Und das Wort googeln wurde erst 2004 in den Duden aufgenommen. Der Duden ist jetzt natürlich kein amerikanisches Nachschlagewerk. Und alles, was aus den USA kommt, schwappt ja immer erst mit einiger zeitlicher Verzögerung zu uns rüber. Aber ein Smartphone hatte selbst der Bruce damals noch nicht. Und wenn es welche gegeben hätte, hätte er seines bestimmt nicht dabei gehabt. Das wäre doch der Spannung sehr abträglich, wenn der Held auf einmal sein IPhone rausholt und unter dramatischen Wischbewegungen "Moment, ich hab's gleich" sagen würde.
Leonardo Di Caprio hätte sich bei einer zeitgemäßen Filmadaption die Baupläne der Titanic herunterladen und berechnen lassen können, wieviel Zeit ihm noch zum Pimpern von Kate Winslet bliebe. Ach nee, Titanic ist ja von 1997.
Ein Jahr vorher hab ich Abi gemacht. Und was hat es genutzt? Ich kann nicht mal Bomben entschärfen. Mein Mathelehrer hat schon gesagt: "Putzen Sie mal die Tafel, damit Sie was für Ihren einen Punkt getan haben.". Ich wollte es ja nie wahrhaben und habe die Behauptung, dass Mathematik für das alltägliche Leben unabdingbar sei, immer als Humbug abgetan. Das hab ich jetzt davon. Andererseits hat es meinem Mathelehrer auch nicht zu einem längeren Leben verholfen. Wie ich einige Jahre nach meinem Schulabschluss hörte, ist er noch vor der Pensionierung verstorben. Hoffentlich nicht langsam.
Gemeinsam mit dem, bei Entstehung dieses Films noch recht knackigen Exmann von Demi Moore ( das hat sie jetzt davon, dass sie ihren Gatten für ein unreifes Jünglein hat sitzen lassen ) versuchte ich also folgendes auszurechnen: mit Hilfe von zwei Wasserkanistern, von denen einer ein Fassungsvermögen von 3 Gallonen hat und der andere 5 Gallonen in sich aufnehmen kann, muss man exakt vier Gallonen Wasser abmessen.
Die Motivation ist sehr hoch, denn im Falle des Scheiterns explodiert die Bombe, die man nur deaktiviert bekommt wenn man 4 Gallonen auf die im Bombenkoffer installierte Waage stellt. Dies hätte den eigenen sowie den Tod der zahlreichen Kinder, die nichts ahnend auf dem angrenzenden Spielplatz toben, zur Folge. Wer würde mit dem Gedanken sterben können, so viele unschuldige Seelen mit in den Tod gerissen zu haben, nur weil er in Mathe nicht aufgepasst hat?
Während ich so nachdachte und meine Stirn in Falten legte ( worüber sich mein Zahnarzt immer mokiert wenn ich dies während der Behandlung mache, da er denkt, dass ich ihn in einigen Jahren für die nicht mehr rückgängig zu machenden Furchen in meiner Stirnhaut verantwortlich machen könnte ), schütteten der gute alte, langsam sterbende aber immer wieder überlebende Bruce und sein neu gewonnener Freund einige Liter Wasser aus dem Brunnen, an dem der Bombenkoffer praktischer Weise deponiert war, in den Kanistern hin und her. Damit die deponierte Bombe nicht auch noch detonierte. Und ca. 5 Sekunden vor Ablauf des Countdowns hatten sie die rettende Lösung.
Ich nicht. Ich wäre gestorben und in den Garten der ewigen Schuldgefühle gekommen. Das tragische daran ist, dass ich das Ergebnis auch nicht gehabt hätte wenn der Bombenbauer großzügiger gewesen und, sagen wir mal, 5 Stunden Zeit eingeräumt hätte. Obwohl - dann hätte ich es googeln können. Aber das hätten Bruce und Buddy ja auch machen können. Dann wär's natürlich nicht so spannend gewesen. Vielleicht gab's auch noch keine Smartphones. Nein, sicher nicht so selbstverständlich wie heute. Denn sie jagen ja, vom Attentäter getrieben, von einer Telefonzelle zur nächsten durch New York...
Ok, der Film ist von 1995. Ich hab's gegoogelt. Und das Wort googeln wurde erst 2004 in den Duden aufgenommen. Der Duden ist jetzt natürlich kein amerikanisches Nachschlagewerk. Und alles, was aus den USA kommt, schwappt ja immer erst mit einiger zeitlicher Verzögerung zu uns rüber. Aber ein Smartphone hatte selbst der Bruce damals noch nicht. Und wenn es welche gegeben hätte, hätte er seines bestimmt nicht dabei gehabt. Das wäre doch der Spannung sehr abträglich, wenn der Held auf einmal sein IPhone rausholt und unter dramatischen Wischbewegungen "Moment, ich hab's gleich" sagen würde.
Leonardo Di Caprio hätte sich bei einer zeitgemäßen Filmadaption die Baupläne der Titanic herunterladen und berechnen lassen können, wieviel Zeit ihm noch zum Pimpern von Kate Winslet bliebe. Ach nee, Titanic ist ja von 1997.
Ein Jahr vorher hab ich Abi gemacht. Und was hat es genutzt? Ich kann nicht mal Bomben entschärfen. Mein Mathelehrer hat schon gesagt: "Putzen Sie mal die Tafel, damit Sie was für Ihren einen Punkt getan haben.". Ich wollte es ja nie wahrhaben und habe die Behauptung, dass Mathematik für das alltägliche Leben unabdingbar sei, immer als Humbug abgetan. Das hab ich jetzt davon. Andererseits hat es meinem Mathelehrer auch nicht zu einem längeren Leben verholfen. Wie ich einige Jahre nach meinem Schulabschluss hörte, ist er noch vor der Pensionierung verstorben. Hoffentlich nicht langsam.
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories